Zu viel der Ehre

Frank Lange hat sich über einen Zeitraum von zwei Jahren sukszessive aus der Schenefelder Kommunalpolitik zurückgezogen und im Februar 2015 den Schlusspunkt gesetzt. Der Kommentator des Schenefelder Tageblatts, Christian Brameshuber, den manche schon für den Pressesprecher der Bürgermeisterin halten, hat diesen Rückzug mit einer Satire der ganz besonderen Art gewürdigt.

Von Frank Lange

Ich habe mich bereits in 2012 Zeit entschlossen, mein Engagement in der Schenefelder Kommunalpolitik schrittweise auf Null zu fahren. Zeitmangel und die zunehmende Sozialdemokratisierung der CDU waren die Hauptgründe. Mein Rückzug auf Raten begann damit, dass ich unserem Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Rüpcke ein Jahr vor der im Juni 2013 endenden Wahlperiode mitgeteilt habe, nicht mehr als Kandidat für die neue Ratsversammlung zur Verfügung zu stehen. Dann folgten mein Rückzug aus dem Finanzausschuss, mein Entschluss, auch nicht als Vertreter zu fungieren und mein Partei-Austritt in 2014. Anschließend habe ich dem Fraktionsvorstand mitgeteilt, dass ich meine Teilnahme an Fraktionssitzungen drastisch einschränken würde.

Auf unserer CDU-Klausurtagung im September 2014 habe ich dem einstimmigen Wunsch der Teilnehmer nicht entsprochen, erneut einen Sitz im Finanzausschuss einzunehmen. Am 24. November 2014 habe ich der CDU-Fraktion erklärt, dass ich auch die Zuständigkeit für die Webseite cdu-schenefeld.de abgeben wolle. Seit Februar ist es endlich soweit: die CDU Schenefeld hat eine neue Webseite, die Zuständigkeit dafür liegt in neuen Händen und ich genieße die neu gewonnene Freiheit.

Trotz der vielgerühmten Recherche-Kapazität der Brameshuber-Redaktion hat die lokale Presse von alldem erst am Ende mitbekommen, als sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende bemüßigt sah, die Presse in einem vertraulichen Telefonat nun endlich einzuweihen. Allerdings ist positiv anzumerken, dass die Brameshuber-Redaktion immerhin von der neuen CDU-Webseite etwas mitbekommen hat.

Erst schießen, dann fragen

Jahrelang habe ich mich nicht um Axel Hedergott gekümmert und die meiner Ansicht nach menschliche und fachliche Ungeeignetheit des Fachbereichsleiters II für diesen Posten im Schenefelder Rathaus nicht mehr kommentiert. Schon seit längerem jedoch haben Schenefelder immer wieder Beschwerden über das Sheriff-Gehabe des Leiters an mich herangetragen, und als Hedergott sich im Januar in der causa Karina Weber erneut mächtig aufplusterte, habe ich am 26. Januar 2015 auf cdu-schenefeld.de den Artikel „Fachbereichsleiter zeigt sein wahres Gesicht“ veröffentlicht. Aber die Bürgermeisterin mag es nicht, wenn rathäusliche Fehlleistungen nach außen dringen, und sie trat sofort in Aktion.

Worum ging es? In vorauseilendem Gehorsam hatte der Experte für die Schenefelder Stadtgrenze im Rathaus, Axel Hedergott, zwei Plakate der Kandidatin für die Hamburgische Bürgerschaft, Karina Weber, vom Kreisel Friedrich-Ebert-Allee/ Swatten Weg entfernen lassen. Eine Ungeheuerlichkeit, denn der Grenzverlauf zu Hamburg ist bis heute nicht klar und Hedergotts Forderung, eine Hamburger Bürgerschaftskandidatin müsse sich beim Aufstellen von Plakaten in ihrem Hamburger Wahlkreis zunächst bei ihm, Hedergott, um eine Genehmigung bemühen, ist absurd. Aber nach dem alten Wild-West-Motto „Erst schießen, dann fragen“ hatte Hedergott die Plakate zuerst einmal einkassieren lassen.

Nach hektischer Intervention der Bürgermeisterin hat die CDU Schenefeld mich gebeten, meinen kritischen Artikel von der CDU-Webseite zu entfernen. Kein Problem – der Artikel ist weiterhin sowohl hier auf franklange.com unter Fachbereichsleiter zeigt sein wahres Gesicht als auch auf karina-weber.de nachzulesen.

Die Bürgermeisterin reagiert auf Kritik an ihrem engsten Führungskreis traditionell dünnhäutig. Außerdem sah sie anscheinend ihren Vertrags-Verlängerungs-Plan mit Hedergott, dem wohl teuersten städtischen Angestellten, gefährdet. Zu Recht, denn dieser Plan ist ja auch nicht unumstritten, weder im Rathaus noch in der Politik.

Vor dreieinhalb Jahren hatte ich mich zuletzt zu Hedergott geäußert. Am 6. August 2011 hatte Katy Krause daraufhin im Schenefelder Tageblatt in CDU nimmt Küchenhof aufs Korn geschrieben:

„Küchenhof hält dagegen: “Bei der Entscheidung ging es nicht um Parteibuch, Alter oder Geschlecht, sondern um die Qualifikation. Axel Hedergott konnte langjährige Erfahrung und Sachkompetenz vorweisen. Das fehlte anderen Bewerbern – noch.” Die Entscheidung sei gerade für die Jugend gut. Hedergott bleibe aufgrund seines Alters höchstens fünf Jahre. “Die Zeit kann jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin im Rathaus nutzen, um sich zu positionieren.”“

Tja, im Rathaus nützt es einem Mitarbeiter wohl herzlich wenig, sich zu „positionieren“. Zu wichtig war der Bürgermeisterin anscheinend, was seit langem kolportiert wird: nämlich dass der Berliner Bürgerschaftsabgeordnete Rossmann ihr die Einstellung Hedergotts nachdrücklich ans Herz gelegt habe. Auf ein Dementi warten wir noch heute. Es nützt anscheinend wohl doch nur das richtige Parteibuch oder die politisch korrekte Anrede „Liebe Genossin Christiane“ im Bewerbungsschreiben.

Vom “heimlichen Pressesprecher der Bürgermeisterin” war diesbezüglich dann auch in den letzten Jahren nichts zu hören oder zu lesen. Er war vermutlich häufig auf Dienstreise.

Die Drangsalierung der Karina Weber findet ihr Ende

Was nun hat Hedergott nach seinem fehlgeleiteten und überstürzten Handeln in Sachen Karina Weber getan?

Zuerst hatte er ihr noch mit einem saftigen Bußgeld gedroht. Dann folgte dieses Schreiben – überheblich im Ton und verfehlt in der Sache.

Axel Hedergott schreibt an Karina Weber

Zweimal auf das Schreiben klicken, um es vergrößert lesen zu können

Axel Hedergott schreibt an Karina Weber

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Zwei ganze Seiten? Das hätte wirklich kürzer gehen und dem Steuerzahler erneut Geld ersparen können. Hier ein alternativer Formulierungs-Vorschlag.

1. Absatz: Reue und Entschuldigung.

2. Absatz: Die Stadt Schenefeld kennt den genauen Verlauf der Grenze zwischen Schenefeld und Hamburg beim Kreisel Swatten Weg bis zum heutigen Tag nicht. Mea culpa.

3. Absatz: Ich, Hedergott, hätte Ihnen, liebe Frau Weber, gar kein Bußgeld auferlegen dürfen. Denn es handelte sich um einen „unvermeidbaren Verbotsirrtum“. Das ist der juristische Terminus für folgenden Umstand: wenn man selbst nicht weiß, was Sache ist, dann darf man einen anderen dafür auch nicht bestrafen.

Fertig.

Aber was so ein richtiger Sheriff ist, der muss sich selbst in solch einer Lappalie noch einmal richtig in Szene setzen, nicht wahr?

Rüder Führungsstil

Es spielt auch keine Rolle, dass mein Telefon kurz nach der Veröffentlichung meines Artikels vom 26. Januar im Fall Karina Weber nicht mehr still stand und sich viele Schenefelder bei mir meldeten und mir dankten. Endlich habe einmal jemand seine Stimme gegen das „unmögliche Verhalten“ des Herrn Hedergott erhoben.

An dieser Stelle sei aber darauf hingewiesen, dass auch einige höchst unerwartete Anrufe aus der Politik dabei waren, denen die Amtsführung des Axel Hedergott seit langem missfällt. Auch musste ich erfahren, dass Hedergott wohl derjenige Fachbereichsleiter im Rathaus ist, wegen dessen rüder Führungsmethoden der Personalrat am häufigsten tagte.

Und eigentlich kann man auch nur darüber lachen, dass sich Verwaltungsmitarbeiter darüber unterhalten, wie Hedergott in seinem Dienstzimmer hoch oben im Rathaus sitze und mit einem Fernglas nach Falschparkern fahnde. Vielleicht ist das ja seine wichtigste Aufgabe im Rathaus; schließlich reichen auch die Steuererhöhungen kaum, um die schlechte Haushaltslage auszugleichen.

Schwamm drüber. In einer Demokratie soll man seine Meinung sagen dürfen und dann zieht die Karawane weiter.

Ein Ausbruch von Heiterkeit

Aber man sollte die Rechnung nie ohne Kommentator Christian Brameshuber machen. Dieser nämlich wollte die Schmach, die “sein Sheriff” erlitten hatte, anscheinend nicht auf sich sitzen lassen. Am 6. Februar 2015 titelte das Schenefelder Tageblatt aus der Feder des Kommentators folgerichtig „Frontalangriff auf den Amtsleiter“ und „Der „Privatkrieg“ des Frank Lange“. Lesen Sie selbst, welcher Unsinn dort verbreitet wird.

Der Privatkrieg des Frank Lange

Zweimal auf den Artikel klicken, um ihn vergrößert lesen zu können

Der Privatkrieg des Frank Lange

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Wie es der Zufall wollte, war ich am 6. Februar gar nicht in Schenefeld, sondern in der Nähe von Frankfurt unterwegs. Ich lasse an dieser Stelle eine politische Weggefährtin zu Wort kommen, die mir per Telefon von der „Berichterstattung“ des Herrn Brameshuber erzählt hat und meine Reaktion beschreibt: “Frank hat herzhaft gelacht. Dann habe ich ihm einige Sätze des Artikels vorgelesen und Frank hat sich gar nicht mehr eingekriegt vor Lachen.”

Wenn man diese Brameshuber-Artikel liest, dann beginnt man trotz aller Aversion gegen Extremisten doch Sympathie für deren Verwendung des Wortes “Lügenpresse” zu entwickeln. Ich persönlich bevorzuge allerdings den Begriff “Schwindelpresse”. Denn faustdicke Lügen tischt Brameshuber ja nicht auf. Er ist eben nur sehr einseitig und er arbeitet mit Weglassen und Verdrehungen. Wer das Moralinsaure mag, der liest solch einen Unsinn vielleicht auch gern. Und maßlose Übertreibung ist ja nicht verboten, auch wenn ein seriöser Journalist dieses Stilmittel nicht dergestalt verwendet, dass es seinen ganzen Artikel ausmacht.

Man stellt sich aber doch folgende Frage: wie muss man gestrickt sein, wenn man über denjenigen herziehen zu können glaubt, der auf die Fehler eines selbstherrlichen Rathausmitarbeiters hinweist, und gleichzeitig denjenigen, der die Fehler begeht, deckt und als unschuldiges Opfer darstellt?

Christian Brameshuber teilt aus

Kostproben gefällig? Gern. Brameshuber schrieb: „Lange wühlt in der Vergangenheit, um Hedergott öffentlich zu diskreditieren.“

Man braucht die illustre Vergangenheit des Protagonisten gar nicht zu bemühen, so wie meine Unterstützer das in persönlichen Mails an mich mit nachfolgenden Links getan haben:

Menschliche Probleme in Spandau
Kaum da – schon wieder weg
Leserbrief aus Spandau
Der Neue kommt aus Berlin
Das Bürgerarmt soll künftig um sechs Uhr öffnen

Denn Hedergott diskreditiert sich mit seinem Verhalten in der Causa Weber und seinen überheblichen Aussagen im Schenefelder Tageblatt selbst. Außerdem hat er professionelle Helfer wie den Kommentator, der vermutlich gar nichts davon mitbekommen hat, wie unlängst eine gewisse Frau A. in Hedergotts Fachbereich ob dessen Führungsqualitäten entnervt aufgegeben und gekündigt hat. Das pikante Rundmail, das die arme Frau vor ihrem Abgang versandt hat, wäre gewiss eine Lektüre wert.

Brameshuber moralisiert stattdessen lieber: “Das Internet vergisst nicht. Das ist bitter für die, die dort öffentlich an den Pranger gestellt werden.” Da kommen mir ja wirklich die Tränen. Habe ich vielleicht etwas verpasst? Macht Brameshuber mit seinen stark tendenziösen Artikeln nicht genau das, was er nun mit Krokodilstränen beweint? Schließlich erscheinen diese ja auch im Web, gelle?

Eine andere Kostprobe aus der Feder Brameshubers: „Hedergott selbst kommentiert den „Fall Lange“ nur mit einem einzigen Satz: Ich kenne diesen Herrn Lange nur vom Sehen und möchte mich zurzeit über ihn und seine Hasstiraden nicht äußern.“

Hasstiraden? Oh weh! Geht’s noch? Hedergott muss es wie jeder andere aushalten, wenn seine Fehler nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden. Was das mit Hasstiraden zu tun hat, bleibt das Geheimnis der beiden Kommunikationsexperten.

Unterstützung aus vielen Richtungen

Interessant ist die vielfältige Unterstützung, die ich nach dem Veröffentlichen meines Artikels über das Wirken des Axel Hedergott erfahre. Von der gut recherchierenden und berichterstattenden Presse haben wir uns ja bereits verabschiedet. Die nächste Stufe ist dann das Unterdrücken von anderen Meinungen.

Während von mir bekannt ist, dass ich politisch für eine CDU stehe, wie sie vor Jahren einmal war, als Leistung sich noch gelohnt und man über politische Korrektheit gelacht hat, habe ich unter den Artikeln des Christian Brameshuber noch nie etwas gelesen wie “Sponsored by Die Linke” oder “Ich stehe politisch sehr weit links” oder “In meinen jungen Jahren war ich ein strammer Marxist”. Aber das zeichnet einen guten Kommentator heutzutage wohl aus: moralinsauer schreiben, politische Korrektheit bei jeder Gelegenheit einfordern, seine eigene politische Richtung verschweigen und Objektivität heucheln. Das ist für solche Leute sauberer Journalismus. Ach ja – in dieser Aufzählung fehlt noch etwas: nur veröffentlichen, was der eigenen politischen Gesinnung nicht entgegensteht.

Zu dieser Anmerkung veröffentliche ich nun einen Leserbrief an die Brameshuber-Zeitung. Selbstverständlich wurde dieser nicht in der gedruckten Ausgabe des Schenefelder Tageblatts abgedruckt.

“Leserbrief zu „Privatkrieg“ gegen den Ordnungsamtschef” vom 06.02.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,
für die Veröffentlichung des folgenden Leserbriefes zu dem im Betreff genannten Artikel wäre ich dankbar:

Ist Schenefelds Ordnungsamtschef wirklich arrogant?

Hat Herr Lange tatsächlich Recht mit dieser Behauptung? „Ich kenne diesen Herrn Lange nur vom Sehen und …” so wird Herr Hedergott zitiert. Wenn man dieses Statement Herrn Hedergotts liest, ja, dann gibt es tatsächlich sachliche Gründe für eine gewisse Arroganz:

Diese Behauptung ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Herr Hedergott seit dem 01.10.2011 Fachbereichsleiter ist. Herr Lange war mindestens bis zur letzten Kommunalwahl am 26.05.2013 Mitglied der Ratsversammlung bzw. bis zur konstituierenden Ratsversammlung am 20.06.2013 im Amt.

Es ist keine schwere Rechenaufgabe um festzustellen, dass Herr Hedergott somit rund 20 Monate(!) Fachbereichsleiter war, in denen Herr Lange amtierendes und aktives Mitglied der Ratsversammlung war. Ist es nun traurige Inkompetenz, dass Herr Hedergott in diesen 20 Monaten Herrn Lange als Mitglied der Ratsversammlung „nur vom Sehen kennt“ oder ist es an Arroganz nicht zu überbieten, wenn Herr Hedergott wider besseren Wissens solche Behauptungen aufstellt?

Heinz-Horst Meyer“

Dieser Leserbrief spricht für sich.

Warum Brameshuber von „Hetze“, „eine Hetzjagd zu starten“ und „öffentlich an den Pranger gestellt“ schreibt, muss sein Geheimnis bleiben. Da kann man nur den Kopf schütteln und sich fragen, ob der Autor beim Abfassen seiner Texte vielleicht gerade eine besonders große Tüte geraucht hat.

Alle sind gleich, nur einige sind eben gleicher

Stehen hochrangige Rathaus-Mitarbeiter so weit über dem Gesetz und dem normalen Bürger, dass sie machen können, was sie wollen? Liegt die vierte Gewalt im Staate, die Presse und in diesem Fall das Schenefelder Tageblatt, so sehr am Boden, dass sie ihrem eigenen Ideal der objektiven Berichterstattung nicht mehr nachzukommen vermag? Werden die Redaktionen so drastisch verkleinert, dass sie nicht einmal mehr recherchieren können und Berichterstattung durch dümmliche Hetze ersetzen müssen? Muss man sich als Journaille mit den Rathausgrößen so gut stellen, dass man gemeinsam mit der Bürgermeisterin versucht, die Dinge unter den Teppich zu kehren?

Wenn Recherche und Fakten, die ich als Schenefelder Bürger vorbringe, von einem Vertreter der Presse und einem der bestbezahlten Rathausmitarbeiter als “Hetze” und “Hasstiraden” bezeichnet werden, dann wird klar, warum man sich um den Niedergang der Presse und der Umgangsformen Sorgen machen muss. Die Schenefelder, die Herrn Hedergott lieber wieder in Potsdam sehen würden, werden weiter die Daumen drücken, wenn der Hauptausschuss am kommenden Dienstag über seine Vertragsverlängerung reden wird.

Frank Lange

3 Kommentare zu „Zu viel der Ehre“

  1. Rathaus-Insider sagt:

    Die anstehende Verlängerung des Vertrags mit Herrn Hedergott bedeutet folgendes:

    1. Solch eine Verlängerung eines Arbeitsvertrags über 65 Jahre hinaus wurde im Schenefelder Rathaus noch nie gemacht.

    2. In Zukunft werden auch andere 65-Jährige Rathaus-Mitarbeiter eine Vertragsverlängerung verlangen können. Dem wird man nach diesem Präzedenzfall dann auch entsprechen müssen.

    3. Das nimmt den jungen Leuten im Rathaus jegliche Perspektive.

  2. Robert Buchholz sagt:

    Es ist wirklich erfrischend zu sehen, dass es noch Schenefelder wie Herrn Lange gibt, die sich gegen Inkompetenz, Ressourcenverschwendung und feige politische Korrektheit stellen.

    Wo ist hier denn überhaupt das Problem? Ein offensichtlich überheblicher und so manches Mal überforderter Fachbereichsleiter verhält sich in der Sache Weber falsch und wird dafür öffentlich gerüffelt. „Hedergott verhängte kein Bußgeld?“ Ich würde sagen: der Herr hat Glück, dass Frau Weber ihn nicht verklagt hat.

    Nun zu Ihnen, Herr Brameshuber: sobald Sie mit dem Wort „Würde“ anfangen, ist dem geneigten Leser schon klar, dass Sie keine konkreten Argumente vorbringen können. In der heutigen Zeit politischer Korrektheit, in der pauschal und vehement Gleichberechtigung eingefordert wird, aber dann keine gleichen Ergebnisse geliefert werden müssen, in einer Zeit, in der Opferschutz vor Täterschutz geht, in solch einer Zeit gibt es unendlich viele Chancen, sich durch gute Recherche und durch gute Berichterstattung zu profilieren. Bei Ihnen herrscht diesbezüglich jedoch Totalflaute – Sie schreiben unkonkret, halbherzig und beliebig. Verstecken Sie sich doch bitte nicht immer wieder hinter leeren Phrasen.

    Das jüngste Schreiben des Herrn Hedergott an die Kandidatin Frau Weber bezüglich der Wahlplakate ist eine bodenlose Frechheit. Fehler eingestehen, sich entschuldigen, und die Sache ist erledigt. Aber nein, dafür ist sich seine Majestät zu schade. Der Sachverhalt lässt sich trotz der ellenlangen, nichtssagenden und verschachtelten Antwort des Fachbereichsleiters einfach nicht verschleiern.

    Hedergott sei „ein Schwergewicht der Verwaltung“? Ein Schwergewicht, das mit Fernglas aus luftiger Höhe nach Falschparkern Ausschau hält? Dass ich nicht lache – was für ein “Schwergewicht” kann das schon sein?

    Welch eine traurige Verschwendung von Steuergeldern! Roter Filz geht wieder einmal vor Leistung. Es lebe der Sozialismus… und der sozialistische Durchblick – mit Fernglas.

  3. Klaus Geest sagt:

    Lieber Frank,

    schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deine eigene website auch ganz bewusst dem politischen Tagesgeschehen zu widmen.

    Es ist doch sehr erleichternd und erfrischend, in Zeiten des um sich greifenden Verfalles menschlicher und demokratischer Werte vor unser aller Augen und auch gerade ganz in unserer Nähe zu wissen: Hier kann ich meine Meinung noch unzensiert, nicht kanalisiert, echt und unmittelbar wiedergeben.

    Ich denke, es tut mir sehr gut, hier ab und an nach links und rechts zu schauen, aber danach nicht unbedingt gleich ab durch die Mitte zu gehen.

    Seit einiger Zeit, nunmehr länger als seit einem Jahr, hat sich meine Einstellung, unbedingt immer unpolitisch und diplomatisch sein zu wollen, dahingehend geändert, dass ich begonnen habe, meine Meinung frei zu äußern.

    Das hat mir zwar persönlich und wirtschaftlich nicht immer gut getan, aber ich beginne das Gefühl gelebter Freiheit zu genießen und werde dabei kraftvoller und kämpferischer.

    Gerade in Bezug auf die ach so “bürgernahe Amtsführung” unserer medialen Bürgermeisterin habe ich ganz eigene Erfahrungen gemacht, die ich meinen Mitmenschen immer gern und bei jeder passenden Gelegenheit auch nicht mehr vorenthalte. Ich habe Anfang des vergangenen Jahres in einer größeren Runde von Fachkollegen damit begonnen, nachdem ich dort in einer Sache, die unsere schöne Stadt Schenefeld und mich direkt betraf, einen “Maulkorb” zähneknirschend akzeptieren musste.

    Einhergehend mit meinem Zugeständnis zum Stillschweigen habe ich aber unmittelbar in Wort und Schrift sehr deutlich gemacht: Ich halte nicht mehr den Mund, werde unbequem, mag nicht mehr Unfairness, Unkorrektheit und Arroganz ertragen. Es tut mir ganz einfach gut, dem allgemeinen Verfall der Werte um mich herum nicht mehr tatenlos zuzusehen.

    Es geht mir damit wie Dir und ich erfahre regen Zuspruch aus unserer städtischen Gemeinschaft, aber auch aus dem Umland. Allerdings habe auch ich die Erfahrung gemacht: Als ich im ersten Ansturm neuer Gefühle in 2014 meine Meinung völlig selbstverständlich in “unserem Tageblatt” zweimal kundtun wollte, war das nicht so einfach.

    Fadenscheinige Gründe wurden da vorgeschoben, um die Veröffentlichung meiner Leserbriefe zu umgehen. Seitdem gehe ich andere Wege, wie zum Beispiel diesen.

    In einer weiteren Schenefelder Gemeinschaft, in der ich seit Jahren aktiv bin, ist gerade sehr sauer aufgestoßen, dass es unangenehm viele “Versionen” der “strategischen Planungen” rund um ein jährliches Event in Schenfeld gibt. Wir haben beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen und für uns zu klären, was die Wahrheit ist und wo andere Aussagen genau herkommen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass uns das gelingen wird, und so darf man nicht nur deswegen gespannt auf die kommende Sitzung des Hauptausschusses am kommenden Dienstag sein. Auch ich drücke die Daumen, dass dem Filz, der Lüge und der Unfairness um uns herum Einhalt geboten wird. Achten wir weiter unsere Mitmenschen und uns, aber schenken wir auch dem Beachtung, was und wie sie etwas tun und sprechen aus, was uns stört.

    Auch ich drücke die Daumen, dass es nach dem nächsten Dienstag nicht noch zwei weitere Jahre heißen wird: “Leben wie Gott im Rathaus!”