Warum auch die Gutmenschen fremdenfeindlich sind

Berufsjournalist Thomas Böhm, Chefredakteur des Mediendienstes “Journalistenwatch”, nimmt sich heute auf launige Weise des Themas “Gutmenschen” an. Wir sind nämlich die ständige dumpfe Berieselung mit moralisierenden Gutmenschen-Forderungen mehr als leid: die Gutmenschen fordern und fordern, und die arbeitende Bevölkerung muss dafür umso mehr schuften und hat immer weniger netto vom brutto.

Von Thomas Böhm

Die links-grünen Naturgesetzesbrecher und sozialistischen Umerzieher wollen uns ja gerne immer wieder „Fremdenfeindlichkeit“ unterjubeln. Das stellt sie als Gutmenschen dar, und wir anderen, die nicht die Scheunentore für alle armen Menschen dieser Welt aufreißen wollen, sind dann die Bösen.

Dabei vergessen sie nur eins. Es geht den meisten Bürgern gar nicht darum, Fremde zu hassen. Sie folgen nur einem genetisch bedingten Reflex, der das Überleben, den Schutz der Familie sichern soll. Dazu finden wir auf der Seite „familie.de“ einen interessanten Beitrag:

“Vor kurzem noch wurden Oma und Opa, Gäste, der Postbote und die Nachbarin im Hausflur freundlich angelächelt, doch plötzlich reagiert Ihr Baby ungewohnt skeptisch und verängstigt auf fremde Personen, ja selbst auf den Papa (oder die Mama). Es versteckt sich hinter Ihnen oder will auf Ihren Arm. Was es da zu gratulieren gibt? Mit dem Eintritt in die Fremdel-Phase hat Ihr Kind einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gemacht: Es kann nun zwischen Bekannten und Unbekannten unterscheiden. Und es hat Sie zu seiner engsten Bezugsperson auserkoren. Das sollten Sie als großes Kompliment auffassen!…”

Auch später noch, wenn sich die Kinder zum ersten Mal alleine auf den Weg zur Schule, zum Sport oder zum Spielplatz aufmachen, wird ihnen beigebracht, von einem Fremden keine Schokolade anzunehmen und auch nicht in sein Auto zu steigen. Wir reden hier von einem gesunden Misstrauen gegenüber dem Unbekannten, dem Fremden. Da nun aber nicht jeder Fremde böse Absichten hegt, kann man diesbezüglich von einer Pauschalisierung, also von „Fremdenfeindlichkeit“ sprechen.

Ich gehe mal davon aus, dass es bei den linksgrünen Eltern ebenso läuft und sie ihre Kinder nicht irgendwelchen Mitschnackern zum Fraß vorwerfen. Warum also behaupten sie, dass nur die anderen „fremdenfeindlich“ wären? Warum also sollten wir das, was uns von klein auf an beigebracht wird, aus politischen Gründen plötzlich ablegen und alle – auch finanziell – in die Arme nehmen, die nicht zur Familie gehören?

Und wenn wir das wider besseren Wissens doch tun sollten: Warum machen die linksgrünen Meinungshoheiten uns nicht vor, wie es gehen soll, und öffnen ihre Haustüren Tag und Nacht für jeden und alles? Warum nur lassen sie ihre Oma und nicht die Truppe unbekannter Herkunft, die vor ihrer Haustür mit allerlei Werkzeug herumlungert, zuerst in die gute Stube? Warum nur reiben sie sich den „Fremdkörper“ aus den Augen und beschimpfen andere, wenn diese dasselbe machen?

Weil sie verlogene Heuchler sind!

Somit gibt es in unserer Welt nichts, was nur eine Seite hat. Kein Hell ohne Dunkel, kein Heiß ohne Kalt, kein Hart ohne Weich, kein Nah ohne Fern, kein Oben ohne Unten, kein Gut ohne Böse und somit auch kein Braun ohne Rot und kein Rechts ohne Links. Jede Medaille hat zwei Seiten, auch die faschistische Medaille. Eine Seite ist braun und die andere rot. Es wird zwar immer wieder versucht, die Naturgesetze aus ideologischer Motivation heraus auszuhebeln, aber solange die Menschheit besteht ist das noch nie dauerhaft gelungen, auch nicht mit Waffengewalt.

Die „Fremdenfeindlichkeit“ macht sich bei unseren linksgrünen Gutmenschen nämlich noch in anderen Bereichen bemerkbar: Vor kurzem erst hat sich mein Nachbar, der für die Linke im Abgeordnetenhaus sitzt, jämmerlich darüber beklagt, dass seine Frau „fremdgegangen“ wäre – und das mit seinem besten Freund. Was soll das? Warum wird aus einem guten Freund plötzlich ein Fremder, nur weil er ein Teil der Familie sein will und mit der Liebsten ebenfalls eine Runde kuscheln möchte?

Mein Nachbar von gegenüber, ein überzeugter Grüner, der demnächst für längere Zeit verreisen will und etwas klamm bei Kasse ist, hat einer Mitwohnzentrale seine gute Stube als „Fremdenzimmer“ angeboten und sich nebenbei in der Fremde bei einem „Fremdenverkehrsamt“ nach preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten erkundigt und sich vorher sogar noch einen „Fremdenführer“ gekauft. Ist doch befremdend, oder eher zum Fremdschämen, oder?

Man muss allerdings dazu sagen, dass dieser Grüne durch Fremdverschulden kurz zuvor in einen Autounfall verwickelt war, der sein Gehirn etwas ins Wanken gebracht hat. Hoffen wir, dass er den Fremden in seiner Fremdenfreundlichkeit von der Schuld wieder freispricht.

Merkwürdig auch, dass viele Linke etwas gegen Fremdbestimmung und Fremdherrschaft haben, als ob es etwas Böses wäre, wenn mal ein Fremder bestimmen, wo es lang geht oder auch mal ein wenig herumherrschen möchte. Müssen ja nicht immer die Deutschen sein. Lächerlich ist auch die Fremdenfeindlichkeit der Linken gegenüber den multinationalen Konzernen, die mit etwas Fremdkapital die heimische Wirtschaft stützen wollen.

Wir sehen, unsere Sprache ist prall gefüllt mit „Fremdwörtern“, die immer ein wenig distanziert klingen, aber ist sie deshalb auch fremdenfeindlich? Wenn die linksgrünen Gutmenschen uns trotzdem die Fremdenfeindlichkeit aus unseren Köpfen herausprügeln wollen, sollten sie beim Duden anfangen und diesen ebenfalls á la Pippi Langstrumpf politisch korrekt entfremden.

Frank Lange

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