Stadt- und Verkehrsplanung in Hamburg

Stadt- und Verkehrsplanung in Hamburg kranken unter anderem an ungünstigen Voraussetzungen, für welche die traditionelle planerische Inkompetenz der herrschenden Sozialdemokratie verantwortlich zeichnet.

In den innerstädtischen Bereichen erstickt der Straßenverkehr bekanntlich im zähflüssigen Geschiebebrei von Pkw-, Lkw- und zuletzt auch noch Fahrradverkehr. Die Antwort der Polizei unter Führung der SPD ist: Zerhacken des Verkehrsflusses bereits in den Außenbezirken durch eine Unzahl meist rotlichtiger Ampeln, um den Verkehr in der Innenstadt (im Ergebnis allerdings ohne sonderlichen Erfolg) zu verdünnen.

Die Umweltbelastung durch schädliche Auspuffgase beim stets erneuten Anfahren und der zusätzliche Stromverbrauch der Ampelanlagen werden dabei achselzuckend in Kauf genommen.

Eine Entlastung durch große Durchfahrtsstraßen (mit Ausnahme im wesentlichen nur der deshalb stets verstopften Ost-West-Straße) und konzentrisch angelegte Stadt(autobahn)ringe existiert nicht. Dabei hätte ein großzügiges Straßensystem durchaus geschaffen werden können, als Hamburg nach Ende des 2. Weltkriegs weitgehend in Trümmern lag und eine dem Straßenbau entgegenstehende Wohnbebauung in einer den jetzigen Verhältnissen vergleichbaren Weise nicht entfernt vorhanden war.

Den herrschenden Sozialdemokraten und ihrer politischen Führung gingen aber planerische Kompetenz und politische Weitsicht vollständig ab. Vorhandene Vergleichsmuster bezüglich großzügiger Straßenplanung und Verkehrsgestaltung etwa in Berlin und Barcelona wurden nicht zur Kenntnis genommen. (Wie allgemein bekannt ist und war, steht Berlin für Schnellstraßenringe und Stadtautobahn und verfügt Barcelona über ein weltstädtisches System großzügig angelegter breiter Straßen, welches von dem hamburgischen so weit entfernt ist wie der FC vom HSV.)

Den Hamburger Sozialdemokraten indes ging jedes Gespür für Entwicklung und Anschwellen des Straßenverkehrs ab. Von weltstädtischer Sicht weitestens entfernt begnügte man sich mit krähwinkelig verengtem provinziellen Blick. Zukunftschancen wurden so leichtfertig vertan.

Frank Lange

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