Fachsbereichsleiter zeigt sein wahres Gesicht

Axel Hedergott, nahe an der Pensionsgrenze und Fachsbereichsleiter II im Schenefelder Rathaus, führt sich in Schenefeld auf wie ein Fürst. Es drängt ihn in die Zeitungsspalten und er hat bei Amtsamtritt vor einigen Jahren einem jungen Schenefelder Hoffnungsträger im Rathaus den zu Recht erhofften Job weggeschnappt. Ein typischer Fall von rotem Rathaus-Filz? Das neueste Beispiel von Arroganz und Überheblichkeit wurde gestern an mich herangetragen.

von F. Lange

Es ist richtig. Ich habe mich stets gegen die Verpflichtung des Axel Hedergott für die Fachbereichtsleitung II im Schenefelder Rathaus ausgesprochen, auch damals als Mitglied der Ratsversammlung. Ich hielt und halte ihn für den falschen Mann am falschen Ort. Das habe ich im Herbst 2011 deutlich klargemacht, unter anderem in meinem Artikel So einfach ist das leider nicht.

Am 15. Februar werden die Hamburger Wähler ihre neue Bürgerschaft wählen. Der Wahlkampf ist angelaufen und der Fall der NPD, die viele ihrer Plakate bis weit in die Altonaer Chaussee hinein auf Schenefelder Gebiet aufgestellt hat, ist uns Schenefeldern wohlbekannt. Nun kann man wie ich die NPD vehement ablehnen. Und wenn die NPD gegen offensichtliche Bestimmungen absichtlich verstößt, dann muss sie die gerechte Strafe ereilen. Das Genüssliche und Wichtgtuerische jedoch, mit dem SPD-Mann Hedergott diesen Fall zelebriert hat, hat mich abgestoßen. Rechtsextreme sind genauso verwirrt und manchmal auch gefährlich wie Linksextreme, aber als Verwaltung hat man über den Dingen zu stehen und jeden Bürger zu respektieren.

Nun hat sich gestern und heute morgen folgender Fall in Schenefeld zugetragen.

Karina Weber, viele Jahre lang CDU-Mitglied, ist seit kurzem Mitglied in der AfD und kandidiert für diese für die Hamburger Bürgerschaft. Sie hat über google earth recherchiert und dann am Samstag spät abends am Kreisel Friedrich-Ebert-Allee/ Swattenweg/ Oderstraße zwei ihrer Wahlplakate aufgestellt. Da ihr der Grenzverlauf unklar war und sie nichts tun wollte, was gegen die Bestimmungen verstößt, hat sie heute morgen früh im Schenefelder Rathaus angerufen, um herauszufinden, ob ihr Wahlplakat nun wie erwartet auf Hamburger Gebiet oder vielleicht doch auf Schenefelder Boden stand – bereit, das kleine Doppel-Plakat sofort zu entfernen.

Kreisel Swatten Weg

Kreisel Swattenweg/ Friedrich-Ebert-Allee/ Oderstraße.
Gestrichelte Linien sind Fahrbahnmarkierungen.
Der ganz dünne geraden Striche in der Mitte des Swattenwegs ist von google earth eingezeichnet und soll die Grenze zwischen Schenefeld und Hamburg markieren. Seltsam, wo dieser Strich in der Mitte der Mitte des Kreisels endet, nicht wahr? Da besitzt Hamburg wohl ein ziemlich großes Stück der Kreiselmitte…
© google earth

Lassen wir die Kandidatin ab hier selbst zu Wort kommen.

“Ich habe am Samstag angefangen, meine Wahlplakate aufzustellen. Dabei habe ich zwei Plakate an die Ecke Swatten Weg/ Oderstraße, Friedrich-Ebert-Allee in den Kreisel gesetzt. Ich habe bei Google Earth wegen der zwischen Schenefeld und Hamburg verlaufenden Grenze recherchiert, da ich wusste, dass in Swatten Weg und Oderstraße eine Seite zu Hamburg und eine Seite zu Schenefeld gehört. Laut Google Earth gehört der Bereich, auf dem meine Plakate standen, zu Hamburg.

Da ich nichts falsch machen wollte, habe ich heute früh (also am Montag) im Rathaus Schenefeld angerufen. Frau Bormann (?) sagte mir, sie kenne den Grenzverlauf auch nicht, aber sie mache sich schlau und werde sich melden. Ich fügte hinzu, dass ich keinen Ärger haben möchte und die Schilder sofort entfernen könne.

Bormann rief mich alsbald wieder an und sagte, die Schilder müssten sofort entfernt werden, da sie auf Schenefelder Boden stünden. Ich versicherte ihr, dass ich die Schilder unverzüglich wegnehmen würde.

Dann rief Bormann erneut an, um mir mitzuteilen, dass die Schilder innerhalb der nächsten drei Stunden entfernt sein müssten. Ich antwortete ihr, dass ich einen Helfer schicken würde, der die beiden Schilder innerhalb der nächsten Stunde abholen würde. Denn ich hatte einen Termin beim LKA in Alsterdorf und veranlasste die sofortige Räumung der Plakate per Telefon.

Kreisel Swatten Weg

Im Nachgang, am 27. Januar nachmittags, haben wir Einblick in diese offizielle Grenzaufteilung erhalten. Auch hier, wie bei google earth, gehört das größere Stück der Kreiselmitte zu Hamburg. Darf ich auf Hamburger Stadtgebiet in meinem Wahlkreis zwei Wahlplakate aufstellen?

Als mein Bekannter die Plakate ca. 40 Minuten später jedoch abräumen wollte, waren sie schon entfernt.

Für mich war die Sache damit erledigt. Ich konnte ja nicht ahnen, welch falsches Spiel hinter meinem Rücken gespielt worden war. Denn in der Zwischenzeit hatte der städtische Bauhof Anweisung aus dem Rathaus erhalten, meine beiden Wahlplakate zu entfernen. Und der Bauhof, gut wie er ist, hatte auch sofort gehandelt.

Nun schlugen die Sozis im Schenefelder Rathaus zu. Frau Bormann rief mich erneut zurück und teilte mir mit, ich würde nun wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes ein Bußgeld bekommen. Darüber war ich natürlich empört – hatte ich doch Gewehr bei Fuß gestanden, um das Schild wieder zu entfernen. Frau Bormann leitete mich dann an einen Herrn Hedergott weiter, der das Bußgeld verhängen wollte.

Hedergott erklärte, er hätte mir für das Aufstellen der Schilder keine Genehmigung erteilt. Deshalb müsse ich nun ein Bußgeld zahlen. Ich erklärte ihm den Grenzverlauf, wie er sich dem Bürger bei Google Earth erschließt und dass ich gleich früh morgens um gegen kurz nach acht im Rathaus nachgefragt und dann sofort reagiert hätte. Er sagte, dass ich auch für falsche Informationen auf Google Earth hafte. Auch wollte er das Foto des Grenzverlaufs gar nicht sehen.

Angeblich hätte ein Bürger Anzeige erstattet und es herrsche der Gleichbehandlungsgrundsatz. Er spielte auf die Plakate an, die einen Kilometer hinter der Hamburg-Schenefelder Grenze auf Schenefelder Gebiet aufgebaut gewesen waren und wo die Partei pro Plakat 200 Euro Bußgeld zahlen müsste. Ich erwiderte, dass diese Vergleich stark hinke.

Hedergott meinte, es werde nun entschieden, ob mein Fall nur leicht oder grob fahrlässig war.

Ich antwortete, dass selbst seine Mitarbeiterin die Grenze nicht kenne und ich doch nun alles angeschoben habe, um das Plakat sofort zu entfernen. Das hat ihn aber überhaupt nicht interessiert. Er sagte auch, ich würde für jedwede falsche Informationen haften – wohl auch für die aus dem Rathaus -, weil eben er, Hedergott, mir keine Genehmigung erteilt habe. Außerdem könne ich ja gegen den Bußgeldbescheid Widerspruch einlegen.”

Kreisel Swatten Weg

Mit der Androhung von Bußgeldern ist man schnell bei der Hand. Mit der Wahrheitsfindung dauert es etwas länger. Eine Entschuldigung des Fachbereichsleiters wird wohl ganz lange auf sich warten lassen.

Genau so kenne ich den roten Filz im Rathaus. Dort wird der Bürger zur Kasse gebeten, wo es nur geht. Stichwort Gewerbesteuer-Erhöhung, für die unsere Bürgermeisterin ja schon seit Jahren getrommelt hatte. Stichwort Radarsäulen für Verkehrsteilnehmer, die zumindest zu 50% reine Abzocke sind, denn wen will man beim Übergang zur LSE stadtauswärts schon schützen, außer den Verkehrsteilnehmer vor dem Geld in seinem eigenen Portemonnaie? Und im Falle der Karina Weber fragt man sich, welches Maß an Hinterlist und Gemeinheit aus dem Rathaus nun noch dazukommt.

Im Rathaus wird mit großen Worten über die Willkommenskultur für Flüchtlinge geredet. Ja, wir alle wollen den Flüchtlingen helfen und wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Aber die alltägliche Drangsalierung des normalen Bürgers durch einige selbstherrliche Behördenmitarbeiter (die meisten Rathausmitarbeiter sind allerdings freundlich und hilfsbereit), die findet weiterhin statt, Tag für Tag, erbarmungslos. Schließlich herrscht ja der “Gleichbehandlungsgrundsatz”. Da fragt man sich, wie bisher mit Hamburger SPD-Plakaten oder den Plakaten anderer Parteien umgegangen wurde.

Auf Rathausmitarbeiter, die arrogant ihre ihnen auf Zeit zuerkannten Befugnisse ausnutzen und sich gegenüber dem Bürger aufspielen, verzichte ich als Schenefelder gern. Und auf solche im wahrsten Sinne des Wortes Schild-Bürger-Streiche auch.

Das letzte Wort ist indes noch nicht gesprochen. Denn morgen werde ich mich im Fachbereich Bauen, Planung und Umwelt erkundigen, ob der Schenefelder Kreisel nicht doch zu einem Drittel, zur Hälfte oder gar zu zwei Dritteln zu Hamburg gehört. In diesem Fachbereich, der wirklich von einem kompetenten Mann geführt wird, werde ich mit Sicherheit eine anständige Antwort bekommen.

Frank Lange
Ehemaliges Mitglied der Schenefelder Ratsversammlung

Frank Lange

Nachtrag 27.01.2015 um 9:15 Uhr

Wie erwartet, habe ich heute morgen vom Leiter des Fachbereichs III – einem kompetenten, hilfsbereiten Mann, der weiß, was er tut -, eine anständige und freundliche Antwort bekommen. Sie lautete: “Der Kreisel gehört zu zwei Dritteln zu Schenefeld und zu einem Drittel zu Hamburg.” Ich erwarte eine angemessene Entschuldigung des Rathauses, auch für diesen wahrscheinlichen Eingriff ins Hamburger Hoheitsgebiet.

Nachtrag 27.01.2015 um 9:59 Uhr

Auf weitere Nachfrage beim Chef des Fachbereichs III ergab sich folgendes: Die Landesgrenze verläuft in etwa durch den Mittelpunkt des Kreisels. Der Kreisel ist, laienhaft gesprochen (meine eigenen Worte), in drei Drittel wie drei Kuchenstücke aufgeteilt. Das südöstliche Drittel gegenüber der Oderstraße gehört eindeutig zu Hamburg.

Nachtrag 27.01.2015 um 10:45 Uhr

Karina Weber sagte auf weitere Anfrage: “Bei der Klärung dieses Falles hatte ich mir noch viel mehr Mühe gegeben, als im Artikel ersichtlich ist. So hatte ich beispielsweise vor dem Plakataufstellen bei der Polizeidienststelle Blomkamp in Osdorf angerufen, denn das Schenefelder Rathaus ist ja am Wochenende nicht erreichbar. Ich hatte dort mit zwei Polizisten gesprochen. Keiner von beiden konnte mir die Frage, inwieweit der Kreisel zu Schenefeld oder zu Hamburg gehört, beantworten.”

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