Terroristischer Mord-Anschlag in Paris

Drei vermutlich islamistische Terroristen haben im Zentrum von Paris den Sitz des Satiremagazins “Charlie Hebdo” überfallen und dabei mindestens zwölf Menschen, darunter zwei Polizisten, erschossen. Vier Schwerverletzte schweben zwischen Leben und Tod; es gibt vier weitere Verletzte. Nach CNN-Berichten gingen die Killer extrem kaltblütig vor. “Charlie Hebdo” ist bekannt für seine Mohammed-Karikaturen. Poltik und Medien sehen das Verbrechen übereinstimmend als Anschlag auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Bereits in 2011 schlugen Terroristen bei “Charlie Hebdo” mit einem Brandanschlag zu.

Heute gegen 11:30 Uhr haben drei – die genaue Zahl war nach franceinfo.fr zunächst nicht bekannt – bewaffnete islamistische Kriminelle ein Massaker angerichtet. Quellen sprechen von maskierten Männern, die unmittelbar nach diesem brutalen Anschlag in einem schwarzen Auto geflüchtet sind. Das Verbrechen ereignete sich nicht in der Redaktion der Satirezeitschrift, sondern am neuen Sitz des Journals. Trotzdem sind zahlreiche Journalisten ums Leben gekommen, denn mittwochs findet dort die wöchentliche Redaktionskonferenz statt.

Französischen Medien zufolge befindet sich der Herausgeber und Zeichner Stéphane Charbonnier unter den Opfern. Darüber hinaus wurden nach Informationen aus Justizkreisen die Karikaturisten Wolinski, Cabu und Tignous getötet. Diese Information stammt von einem Überlebenden des Anschlags.

Der französische Staatspräsident Hollande hat umgehend eine Sondersitzung seines Kabinetts einberufen. Es heißt, er habe für heute abend für 20:00 Uhr eine Ansprache an das französische Volk geplant.

CNN-Korrespondenten berichten, dass es sich bei den Tätern um Männer handelt, die fließend Französisch sprechen und in Paris geboren und aufgewachsen sind. 10% der französischen Bevölkerung sind Muslime.

Auf “Charlie Hebdo” wurde bereits am 2. November 2011 auf die erst im April 2011 neu bezogenen Redaktionsräume des Satire-Magazins am Boulevard Davout in Paris ein Brandanschlag verübt. Medienberichten zufolge hatte dieser Anschlag im Zusammenhang mit dem Abdruck einer Karikatur Mohammeds auf der Titelseite der damals aktuellen Ausgabe gestanden.

Je suis Charlie

Als Zeichen des Beileids, der Trauer und der Solidarität kursieren auf Twitter
und im Web Motive wie dies: Je suis Charlie. Ich bin Charlie.
Von Pablo Suarez @Desde_Jocaya #CharlieHebdo #EfectoStreisand pic.twitter.com/tJRfkBoDyR

Bleistift gegen Maschinengewehr. Schreiben gegen den Islamismus. Gemeinsam gegen Extremismus.

Während die Kriminellen heute in der Redaktion um sich schossen, sollen sie nach Aussage eines Augenzeugen “Wir haben den Propheten gerächt” (“Nous avons vengé le prophete”) geschrien haben. Die Mörder sind weiterhin flüchtig. Nach franceinfo.fr waren sie schwer bewaffnet mit Kalaschnikows, Pumpguns und möglicherweise sogar einem Raketenwerfer. Sie kannten die Namen der anwesenden Journalisten, die sie während der Hinrichtung immer wieder riefen.

Es handelt sich bei diesem Verbrechen um das schlimmste Attentat der letzten fünfzig Jahre in Frankreich. Frankreich hat für Paris die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen und führt die Jagd auf die Terroristen mit Tausenden Polizisten und allen zur Verfügung stehenden Mitteln durch.

Die beiden Polizisten, die unter den Toten sind, gehörten zum Polizeischutz, unter dem “Charlie Hebdo” bereits seit 2006 stand. Gnadenlosigkeit und Brutalität der Täter schockieren selbst erfahrene Ermittler. Die Hinrichtung eines bereits verletzten und auf der Straße liegenden Polizeibeamten erinnert an die Schandtaten des “Islamischen Staats”.

Meine tief empfundenes Beileid, meine Trauer und meine besten Wünsche gelten den Hinterbliebenen und direkt Betroffenen dieser Tragödie sowie dem französischen Volk, das für seine Willkommenskultur weltberühmt ist. Dieser feige Anschlag ist ein Anschlag auf uns alle: auf uns alle, die wir Gewalt und Extremismus in jeder Form ablehnen. Auf uns alle, für die die Meinungs- und Pressefreiheit ein heiliges Gut ist.

(Stand Berichterstattung: 07.01.2015, 15:20 Uhr)

Nachtrag: Für all die, die es nicht wissen – “Charlie Hebdo” ist eine Kombination aus zwei Begriffen, nämlich Charlie Brown von den berühmten Peanuts und Hebdomadaire, das für “Wochenzeitschrift” steht. Das steht für kontinuierlichen Spaß und Lebensfreude, zwei Konzepte, die der Islamismus auslöschen will.

Frank Lange

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